"Zu unserer lieben Frau"

Vom 6. Mai bis 30. September 2018 ist die Kirche an allen Sonntagen von 14-17 Uhr geöffnet.
Information und Kontakt: Erika Schüssler, Tel. 0711/364217

Tafelbild "Der zwölfjährige Jesus im Tempel"

© Alfred Burger

Im Auftrag des Aichelberger Ortsherren Freiherr Friedrich vom Holtz malte der Alfdorfer Steinmetz und Maler Joseph Wagner im Jahr 1760 einen Zyklus von 13 Bildern aus dem Leben Jesu für die Aichelberger Kirche.

Bis zur Renovierung der Kirche und Entfernung der Emporen im Jahr 1969 hingen diese Bilder an den Emporen Brüstungen. Danach waren sie teils in Privathand, teils hingen sie an der Westwand der Kirche bzw. im Pfarrhaus. Seit 2003 gibt es wieder eine Empore und die Bilder kehrten in die Kirche zurück. Nun haben fünf Tafelbilder an der Süd- bzw. der Westwand einen neuen Platz gefunden, 8 Bilder hängen an der neu eingezogenen Empore.

Wir erkennen Jesus in der Mitte des Bildes am ihn umgebenden Strahlenkranz. Er spricht frei, hat im Gegensatz zu den Priestern weder Buch noch Schriftrolle in der Hand. In der Bibel lesen wir dazu: "Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten."

Jesu Eltern hatten ihren Sohn gesucht und nun endlich im Tempel gefunden. Sie erscheinen am linken Bildrand. Wenn wir das Tafelbild im Original in Farbe anschauen, sehen wir Jesus und auch Maria gekleidet in ein rotes Gewand mit blauem Umhang wie es die Regeln der Ikonografie vorgeben. Wir erkennen die mächtigen Säulen des Tempels, ein bleiverglastes Fenster und Treppen.

Schauen Sie sich das Bild einmal im Original an. In den Aichelberger Schaukästen werden in den nächsten Monaten alle Tafelbilder im Wechsel vorgestellt.

Erika Schüssler

Das genaue Alter der Kirche ist nicht bekannt

Am höchsten Punkt von Aichelberg (472m) steht die evangelische Pfarrkirche „Zu unserer lieben Frau“. Früher weit außerhalb des Ortes gelegen, wurde sie 1975 von der Bebauung eingeholt. Zu allen Jahreszeiten ist die Aichelberger Kirche ein gern aufgesuchtes Gotteshaus und ein beliebtes Ausflugsziel und Fotoobjekt.

Erstmals wird die Kirche 1460 genannt, der Turm ist jedoch mit Sicherheit älter. Seit 1482 ist sie Pfarrkirche. Sie diente als Wehrkirche und noch heute umgibt Kirche und Kirchhof eine Mauer.

Im Inneren überraschen Wandmalereien aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, die 1969 wieder entdeckt und freigelegt wurden. Leider sind sie nicht sehr gut erhalten. 25 Tafelbilder von Joseph Wagner aus Alfdorf aus dem Jahr 1760 erzählen als „biblia pauperum“ vom Leben Jesu und zeigen die 12 Apostel mit ihren Attributen.

Bei der jüngsten Renovierung 2003 wurde der Altarraum neu gestaltet mit Altar, Kreuz, Ambo und Osterleuchter aus Ahornholz.

Erika Schüssler Juni 2010

Regelmäßig finden Konzerte in der Feldkirche statt