Eine mittelalterliche Kirche

1275 taucht die Pfarrei Aichschieß erstmals in den Akten des Bistums Konstanz auf. Damals musste der „rector“ genannte Pfarrer Kreuzzugssteuern zahlen.

Wandmalereien an der Nordwand des Langhauses, die um 1300 entstanden sind, beweisen, dass Teile der älteren Kirche in den Neubau übernommen wurden. Von der Malerei ist nur noch die Unterzeichnung erhalten; die nachträglich aufgebrachten Farbschichten, die der Charakterisierung von Stoffen und Gelände dienten, sind durch die Abnahme der späteren Übertünchung gänzlich verloren gegangen. Dennoch ist die hohe Qualität dieser Malerei noch erkennbar. Ihr Hauptelement sind die präzisen, spannungsvollen Linien. Ursprünglich war der ganze Chor ausgemalt, wie dies heute noch im Ortsteil Aichelberg zu sehen ist.

Neue Kunst in der erneuerten Kirche

Die bereits im Zusammenhang mit den Wandmalereien im Chor erwähnte Renovierung der Kirche 1951/52 veränderte den Charakter der alten Dorfkirche vollkommen. Die kleine Orgel, 1896 von Carl Schaefer gebaut und auf der Chorempore aufgestellt, wanderte auf die Westempore. Hier wurde sie 2009 von Andreas Schmutz in ihren Originalzustand zurück versetzt.

Der Strümpfelbacher Bildhauer Karl Ulrich Nuss (geb. 1943) schuf 1985 den Bronzedeckel für den alten Taufstein.

Die letzte und größte Anschaffung für das Aichschießer Kirchlein stellen die Glasmalereien in den drei Chorfenstern dar. Einen 1999/2000 durchgeführten Wettbewerb gewann die Glaskünstlerin Renate Groß (geb. 1949 in Bad Tölz).