10.10.13

Diakonie ganz direkt erleben

Im Konfirmandenunterricht die Vielfalt und Breite diakonischer Einrichtungen aus eigener Anschauung zu erleben – das ist das Ziel der Konfi-Rallye, zu der seit 2007 diakonische Einrichtungen an einem Nachmittag ihre Türen für Konfirmandengruppen öffnen. 350 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus 14 Kirchengemeinden des Evangelischen Kirchenbezirks Esslingen haben gemeinsam mit ihren Pfarrerinnen und Pfarrern das Angebot genutzt, sich aus 13 Stationen ihr individuelles Programm zusammenzustellen.

Pfarrer Bäuerle wird eingekleidet - Foto: URH

Dabei haben die Jugendlichen viel gehört und gesehen, was ihnen bisher unbekannt war. Im Diakonieladen in der Esslinger Küferstraße erfahren sie von Ladenleiter Reinhard Eberst, dass dort zwar jeder einkaufen darf, aber vor allem Menschen mit schmalem Geldbeutel günstig gut erhaltene, gespendete Möbel, Kleider, Hausrat und vieles mehr bekommen können. Im Durchschnitt zwischen 110 und 150 Kunden nutzen das Angebot täglich, erzählt Eberst einer Esslinger Konfirmandengruppe aus Hegensberg-Liebersbronn. Zugleich geben die beiden Diakonieläden in Esslingen aber auch Menschen, die lange arbeitslos sind, Arbeitsgelegenheiten, sogenannte1,50-Euro-Jobs.

 

Praktischer Anschauungsunterricht

 

Wie man sich mit 15 Euro einkleiden kann, durften Konfirmanden aus der Esslinger Stadt- und Frauenkirchengemeinde und aus Berkheim dann gleich in der Praxis erproben. Pfarrer Christoph Bäuerle und Pfarrerin Elke Maisch wurden von ihren Schützlingen neu ausstaffiert – der eine modisch gewagt mit einer Kombination aus gestreifter beiger Hose, rosa Hemd, braunem Sakko, Schal und Hut, die andere elegant mit Hemdbluse, schwarzer Hose und Nadelstreifen-Blazer. Nicht nur die Konfis hatten ihren Spaß dabei.

 

„Die Konfi-Rallye ist eine tolle Aktion, weil sie ganz praktischen Anschauungsunterricht bietet“, sagt Dekan Bernd Weißenborn. Den Konfirmanden erklärt er, dass Diakonie „dienen“ heiße und „die andere Seite der Kirche“ sei. „Jesus hat uns gedient und das wollen wir weitergeben, indem wir Menschen ganz praktisch helfen.“

 

13 Stationen zur Auswahl

 

Etwa eine halbe Stunde Zeit haben die Konfirmanden an jeder Station. Jeweils drei bis vier Stationen konnten sich die Gruppen aussuchen. Vor Ort standen Fachleute für Fragen bereit. Im Weltladen erfuhren sie, was es mit fairem Handel auf sich hat und dass auch Kleidung zu fairen Bedingungen hergestellt werden kann. Bei der Diakonischen Bezirksstelle und der Psychologischen Beratungsstelle bekamen sie Einblick in das vielfältige Beratungsangebot. Die Esslinger Beschäftigungsinitiative EBI demonstrierte, wie in ihrer Fahrradwerkstatt Drahtesel wieder flott gemacht werden, die Fachberatung für Wohnsitzlose der Evangelischen Gesellschaft öffnete ihren Erfrierungsschutz.

 

Außerdem beteiligten sich die Vesperkirche, das Berufliche Ausbildungszentrum Esslingen (BAZ), das Wohnheim der Diakonie Stetten, die Diakonie-und Sozialstation, der CVJM, die Jugendhilfeeinrichtung Theodor-Rothschild-Haus und der Verein Heimstatt.

 

Diakonie anschaulich präsentiert

 

„Ich freue mich, dass die Konfi-Rallye auch in diesem Jahr wieder so gut angekommen ist und dass die Jugendlichen wirklich interessiert waren“, sagt Dietmar Bauer-Sonn. Der Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Esslingen hat im Auftrag von Kreisdiakonieverband Esslingen und Kirchenbezirk die Konfi-Rallye organisiert. Viele Menschen wüssten gar nicht, dass hinter diesen Einrichtungen die evangelische Kirche stehe. „Es ist schön, dass die diakonischen Einrichtungen sich für die Konfirmanden öffnen, so wird Diakonie anschaulich.“