13.12.12

Schöne Erinnerungen an die Zeiten im Pfarrhaus

Jahrzehnte lang haben sie bei gemeinsamen oft mehrtägigen Ausflügen und regelmäßigen Treffen fröhliche Zeiten miteinander erlebt. Nun mussten die Mitglieder des Oberesslinger Jahrgangs 1924/25 aus Altersgründen diese Aktivitäten aufgeben. Doch in der Kasse war noch ein schönes Sümmchen. „Was tun mit dem Geld?“, fragten sich Elisabeth Mannes und Margareta Maier. „Geben wir die 700 Euro doch für das Hospiz“, schlugen die beiden ihren Jahrgangsgenossen vor, als „alte Oberesslinger“ ein Projekt vor Ort zu unterstützen. Die fanden das eine tolle Idee.

Elisabeth Mannes und Margaretha Maier - Foto: U. Rapp-Hirrlinger

Elisabeth Mannes (l.) und Margareta Maier - Foto: U. Rapp-Hirrlinger

Und so überreichten die beiden Schulkameradinnen jetzt die Summe an Pfarrer Peter Schaal-Ahlers und Projektleiter Horst-Peter Enge. An das ehemalige evangelische Pfarrhaus der Martinskirche in Oberesslingen, wo die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen das erste stationäre Hospiz im Landkreis mit acht stationären Betten und einer  ganzheitlichen Betreuung für Schwerstkranke und ihre Angehörigen baut, hat vor allem Elisabeth Mannes viele schöne Kindheitserinnerungen. Sie wohnt noch heute gegenüber dem ehemaligen Pfarrhaus in der Keplerstraße.

 

Zu Spielen und Kakao ins Pfarrhaus

 

„Wir kamen als Kinder oft ins Pfarrhaus und spielten mit den Kindern von Pfarrer Lempp, von denen einer unser Schulkamerad war“, erzählt sie. Die Türen standen der Jugend aus der Nachbarschaft offen. Lempps Frau habe sie zu Kakao eingeladen und erkundigte sich nach dem, was sich in der Schule ereignet hatte oder was ihnen sonst am Herzen lag. „Oft waren wir zehn Kinder oder mehr und durften mit dem großen Puppenhaus im Pfarrhaus spielen. Manchmal haben wir auch ‚Fangerles‘ gespielt.“ Unterm Dach habe es einen großen Raum gegeben, wo die Kinder sich treffen durften. Das große alte Gebäude kam den jungen Menschen damals „wie ein Schloss“ vor.


Ein gut gewählter Ort für würdevolles Sterben

 

Die beiden Damen nehmen interessiert Anteil an dem, was im ehemaligen Pfarrhaus entsteht. Sie freuen sich, dass hier Menschen am Ende des Lebens liebevoll betreut werden und würdevoll sterben dürfen. „Der Ort für das Haus ist gut gewählt“, sind sie sicher. Dass der Friedhof gegenüber liegt, sei kein Problem. „Es ist der letzte Weg des Menschen“, sagt Elisabeth Mannes. Als frühere Friedhofsgärtnerin sei sie ohnehin auf dem Oberesslinger Friedhof zuhause.


Schön finden die Margareta Maier und Elisabeth Mannes, dass das Haus allen Menschen unabhängig von Konfession oder Religion offenstehen wird. „Wir wollen das Haus in einem weiten Geist führen“, sagt Pfarrer Peter Schaal-Ahlers.