24.11.10

Jugendleiter-Ausbildung stärkt eigene Persönlichkeit

18 Monate lang haben neun junge Menschen aus der Evangelischen Kirchengemeinde Hegensberg-Liebersbronn in Esslingen ein Trainee-Programm absolviert und sich so zu qualifizierten Jugendgruppenleitern ausbilden lassen. Das hat sie auch persönlich weitergebracht.

Gemeinsam stark: Die Trainees beim Kegeln

Gemeinsam stark: Trainees beim Kegeln

„Ich bin mir selbst viel sicherer und kann auch meinen Alltag besser planen“, sagt Isabel (15). „Ich bin selbstbewusster geworden“, meint auch die gleichaltrige Naomi. Beide engagieren sich jetzt in der Jungschar-Arbeit und können dort das Gelernte anwenden.


Gemeinsam hatten Evangelische Kirchengemeinde und CVJM Hegensberg-Liebersbronn im Frühjahr 2009 erstmals frisch konfirmierte Jugendliche zur Trainee-Ausbildung eingeladen. Ein vierköpfiges Team um Diakonin Andrea Hauff hat die Schulung geleitet. Immer wieder wurden jedoch auch sachkundige Menschen aus der Kirchengemeinde mit einbezogen. So vermittelte eine Erzieherin den richtigen Umgang mit Kindern oder das Einüben von Ritualen, ein Lehrer der örtlichen Grundschule zeigte Methoden, wie man interessant und packend erzählt.

 

Soziale und geistliche Kompetenzen

 

Ziel des Trainee-Programms war unter anderem, sich selbst besser kennenzulernen, eigene Stärken und Schwächen zu erkunden und Ziele zu formulieren. Neben der Persönlichkeitsentwicklung standen soziale und geistliche Kompetenzen, die Fähigkeit zu leiten, didaktische und organisatorische Methoden auf dem Arbeitsplan. Die jungen Leute lernten Grundlagen des Kommunizierens, Leitungsstile und Strategien zur Konfliktbewältigung kennen, die absolvierten ein Rhetorik- und Präsentationstraining und erfuhren im „Rechts-ABC“, was Jugendleiter auf diesem Gebiet wissen müssen. Auch einen Erste-Hilfe-Kurs beinhaltete das Programm.

 

Gelerntes in der Praxis erprobt

 

„Theorie und Praxis waren dabei eng verzahnt“, erzählt Andrea Hauff. Immer wieder wurde das Gelernte in der Praxis erprobt. Zu den rund 90 Stunden Schulung an Abenden und drei gemeinsamen Wochenenden kamen nochmals 40 Stunden Praxis, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Projekt planen und umsetzen sollten.


Projekt Kunstversteigerung

 

Die Wahl fiel auf die Versteigerung von Kunstwerken. Dazu mussten die Jugendlichen ihr Projekt im Kirchengemeinderat vorstellen, Künstler im Stadtteil um Werke bitten, ein Werbekonzept erarbeiten und umsetzen, festlegen, wem der Erlös zugutekommen sollte und die Versteigerung beim CVJM-Sommerfest planen. Auch wenn die Nerven zuweilen bloß lagen und die Motivation zuweilen erlahmte: Als alle Kunstwerke schließlich versteigert und der Erlös von 785 Euro im Berberdorf übergeben war, waren die neun zu Recht stolz.


Vom Trainee-Kurs profitiert

 

Naomi hat das Gelernte bereits konkret anwenden können: Als an ihrer Schule ein Tag der Klimaerwärmung organsiert werden sollte, übernahm sie die Werbung und stellte fest: „Das Trainee-Programm gab mir viel Sicherheit.“
Das Training hat die Gruppe zusammengeschweißt: „Die Gemeinschaft war uns sehr wichtig“, erzählt Isabel, dass richtige Freundschaften entstanden seien. Alle Teilnehmer haben sich mit den neu Erlernten gleich bei der Kinderbibelwoche der Kirchengemeinde in den Herbstferien eingebracht. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt Naomi.

 

Andrea Hauff hofft nun, dass sich möglichst viele auch in anderen Bereichen der kirchlichen Arbeit engagieren. „Es gibt viele Gebiete, wo wir das Ehrenamt brauchen“, sagt die Diakonin. Für Isabel hat sich während des Trainee-Programms herausgestellt: „Die Arbeit mit Kindern ist das Richtige für mich. Nun weiß ich auch, was ich in welcher Situation machen muss."

 

Zertifikate zum Abschluss

 

Für den erfolgreichen Abschluss des Trainee-Programms bekommen die Teilnehmer die Jugendleiter-Card (JULEICA), einen Quali-Pass und ein Zertifikat des Kultusministeriums. Diese können auch bei späteren Bewerbungen positiv zu Buche schlagen.


Im Gottesdienst am Sonntag, 5. Dezember, um 10 Uhr werden den Jugendlichen die Zertifikate in der evangelischen Kirche Hegensberg-Liebersbronn übergeben.