30.11.10

Begegnung schafft Verständnis füreinander

Das christlich-muslimische Projekt „Begegnen – Entdecken – Bereichern“ (BEB) der Evangelischen Kirchengemeinde St. Bernhardt-Wäldenbronn, das seit 2005 im Esslinger Norden besteht, ist mit dem Intra-Projektpreis 2010 für Komplementarität der Weltreligionen ausgezeichnet worden.

Gertrud Diem, Mehmet Sümengen, Sabine Sandler und Halime Ekin (von links)

Gertrud Diem, Mehmet Sümengen, Sabine Sandler und Halime Ekin (von links)

Die Interreligiöse Arbeitsstelle in Nachrodt (Westfalen) vergibt den Preis jährlich an Projekte oder Personen , die sich der Verständigung zwischen den Religionen widmen.


Entstanden ist das Projekt BEB nach einem Seminar in der Evangelischen Kirchengemeinde St. Bernhardt-Wäldenbronn zum Thema „Islam“. Nach dem 11. September 2001 hatte man in den Stadtteilen im Esslinger Norden eine verstärkte Islamfeindlichkeit festgestellt.

 

Dem wollte man mit regelmäßigen Begegnungsabenden entgegenwirken, die inzwischen drei- bis viermal pro Jahr im evangelischen Gemeindezentrum St. Bernhardt stattfinden. 60 bis 100 Christen und Muslime nehmen daran teil. Zunächst traf man sich nur zum geselligen Beisammensein mit Essen, Spielen, Tanzen und Singen. Mit der Vertrautheit wuchs dann der Mut, sich auch über Themen wie Fasten, Göttliche Gebote und Weisungen im Koran und in der Bibel oder christliche und muslimische Feste auszutauschen.

 

Nicht nur sachliche Informationen stehen dabei im Mittelpunkt, sondern auch, welche Rolle das jeweilige Thema im Leben der Einzelnen spielt. Ein Vorbereitungsteam aus Christen und Muslimen erarbeitet gemeinsam das jeweilige Thema. Einmal im Jahr gibt es zudem ein großes Grillfest auf der Flandernhöhe.


Ziel des Projekts ist es mehr über Kultur, Traditionen, Lebensweise und Religion voneinander zu erfahren und dadurch im Alltag leichter auf einander zugehen und sich in der Unterschiedlichkeit besser verstehen und annehmen zu können. Es geht aber auch darum Gemeinsamkeiten zu entdecken. Durch die Begegnung soll Verständnis und Nachbarschaftlichkeit entstehen.


Mit dem Projekt leiste die Evangelische Kirchengemeinde St. Bernhardt-Wäldenbronn Basisarbeit im allerbesten Sinne, so die Begründung der Jury für die Preisverleihung. Und es sei ein gelungenes Beispiel dafür, wie mit wenig Geld viel erreicht werden könne.